Die napoleonische Epoche hat unsere Städte in Frankreich und Europa geformt.
Ein solches Erbe verdient, besser bekannt zu sein, besser erschlossen zu werden, besser geteilt zu werden und besser besucht zu werden. Diese Erkenntnis hat uns bewogen, einen europäischen Bund der Napoleon-Städte zu gründen.
Aus dem Wirken jenes großen Mannes sind es die Errungenschaften der Revolution und des Zeitalters der Aufklärung, die Ideen von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, die uns verbinden. Die Wiederbelebung historischer Stätten, die Ermunterung, die eigene Geschichte zu ergründen, die Förderung unserer Museen und der lebendigen Kultur sind uns wichtig. Wir wollen uns den Bürgern unserer Länder und Europas öffnen. Das bedeutet, die komplexen Wege nachzuvollziehen, die zur Durchsetzung dieser Ideale in Europa führten und die widersprüchlich und zuweilen gegensätzlich sind.
Die zehn europäischen Städte, die sich in dieser Bewegung vereinen, wollen auch zur Förderung ihres eigenen Images beitragen, indem sie eine wesentliche Seite ihrer Geschichte aufs Neue betrachten und dabei entdecken, in welcher Hinsicht ihnen diese Vergangenheit gemeinsam ist. Es ist die napoleonische Epoche, in der Europa seiner Selbst gewahr wird - in der Nachfolge oder im Widerspruch zu den Taten des kleinen Korsen, und in der Übernahme der durch das Zeitalter der Aufklärung inspirierten öffentlichen Organe.
Wir wollen das Bewusstsein über unsere eigenen Wurzeln in unseren Ländern, in Europa stärken, um das Vertrauen in unsere Fähigkeit zu steigern, die großen Probleme der Gegenwart überwinden zu können. Unser Wunsch, besser zu verstehen und unser kulturelles Erbe stärker zu würdigen, ist eng verbunden mit dem Wunsch einer Vorwärts-Entwicklung in sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht. Die Identitätsfrage ist Auslöser unserer Krisen der Gegenwart. Die notwendigen Verhaltensänderungen, um Umweltprobleme, Defizite in der Entwicklung von Wissenschaften und Technologien, und die Unterentwicklung zu überwinden, können nur im Frieden gedeihen, und damit in der Versöhnung mit der Geschichte.
Es ist so, wie das Sprichwort sagt: Keine Zukunft haben die, die ihre Vergangenheit nicht akzeptieren. Aus diesem Grund haben wir uns versammelt zur Betrachtung und Würdigung dieses großen Kapitels unserer gemeinsamen Geschichte, die uns einstmals auch getrennt hat.
Charles Napoléon
Präsident des Städteverbundes


