Fédération Européenne des Cités Napoléonienne

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Kassel in den Kreis der Napoleonstädte aufgenommen

Kassel (dpa) Hessen hat seit Freitag eine «Napoleonstadt». Prinz Charles Bonaparte, Ururgroßneffe des französischen Kaisers, überreichte Kassels Kulturbürgermeister Thomas-Erik Junge (CDU) die Urkunde, die die Stadt in die 2004 gegründete Gemeinschaft aufnimmt. Nach Jena und dem westfälischen Hövelhof ist Kassel die dritte deutsche Stadt in dem Kreis der Kommunen, die durch ihre Geschichte mit dem französischen Kaiser Napoleon verbunden sind. Europaweit sind es gut 30 in sieben Staaten. «Es geht um Freundschaft, nicht um nostalgische Verklärung», sagte Bonaparte.

 

In Kassel regierte von 1807 bis 1814 der jüngste Bruder Napoleons, Jérôme Bonaparte, das aus den linksrheinischen Gebieten Preußens zusammengeworfene Königreich Westphalen. Jérôme brachte der Region, die sich auf das heutige Gebiet von sieben Bundesländern erstreckt, einen Modernisierungsschub, gleichzeitig wurde das Königreich aber auch von Napoleon ausgeplündert. Weil der einzige deutsche Satz von Jérôme I. «Morgen wieder lustik?!» nach durchtanzter Nacht gewesen sein soll, ging er als «König Lustik» in die Geschichte ein. Von ihm stammen die beiden noch existierenden Linien der Bonapartes ab: Sein Enkel Charles Joseph gründete in den USA vor genau 100 Jahren das FBI, Ururenkel in der französischen Linie ist Prinz Charles Bonaparte.

«Wir wollen uns in unserer Geschichte verbinden, um eine gemeinsame Zukunft zu finden», sagte Charles Bonaparte in Kassel. «Über ganz Europa sind Städte und Dörfer verstreut, die bei aller Verbundenheit doch so unterschiedlich sind und sich deshalb so viel geben können.» Kassel sei so etwas wie ein Durchbruch: «In Frankreich und Italien sind schon zahlreiche Mitglieder im europäischen Verbund der Napoleonstädte. Wir haben aber zum Beispiel aus Leipzig gehört, dass sie nach Kassel jetzt auch mitmachen wollen.» Die Einwohner der Städte im Verbund bekommen zum Beispiel die Napoleonkarte. Damit können sie in Hotels und Restaurants anderer Napoleonstädte billiger essen und übernachten.