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„Für die Freiheit – gegen Napoleon. Ferdinand von Schill, Preußen und die deutsche Nation“

Ausstellung im Galeriegebäude des Städtischen Museums
Braunschweig. „Für die Freiheit - gegen Napoleon. Ferdinand von Schill, Preußen und die deutsche Nation" lautet der Titel einer Ausstellung, die in Kooperation mit dem Preußen-Museum Nordrhein-Westfalen in Wesel und dem Pommerschen Landesmuseum in Greifswald entstand und die am 14. März im Galeriegebäude des Städtischen Museums Braunschweig eröffnet wird.

Die Ausstellung widmet sich dem preußischen Freikorpskämpfer Ferdinand von Schill und seinem Kampf gegen Napoleon. Braunschweig hat insofern damit zu tun, als nach Schills Niederlage und Tod in Stralsund sein Freikorps in Gefangenschaft geriet und auf dem Wege in die Gefangenschaft nach Frankreich hier in Braunschweig 14 seiner Männer standrechtlich erschossen wurden. Die Begründung: Als Einwohner des Königreichs Westfalen hätten sie sich durch den Anschluss an Schills „Bande" gegen König Jérôme erhoben und seien damit Landesverräter. Hintergrund: Jérôme war von seinem Bruder Napoleon im neu geschaffenen Königreich Westfalen, zu dem auch das ehemalige Herzogtum Braunschweig gehörte, 1807 als König eingesetzt worden.

Der Mythos um Ferdinand von Schill hielt sich erstaunlich lange, über alle Brüche der deutschen Geschichte im 19. und 20. Jahrhundert hinweg. Gerade das demokratisch-liberale Bürgertum identifizierte sich bis weit ins 19. Jahrhundert hinein mit Schill und seinen Offizieren und fand in dem ohne königlichen Befehl handelnden Husarenmajor Anknüpfungspunkte für bürgerliches Selbstbewusstsein und Patriotismus. So ist auch die Braunschweiger Initiative des Denkmalsbaus durch Carl Friedrich von Vechelde zu erklären, der als Braunschweiger Schriftsteller und Patriot 1837 Schill und seinen erschossenen Soldaten ein Denkmal bauen ließ, worunter die Hingerichteten beigesetzt wurden - ebenso das Haupt Schills, das nach einer langen Odyssee hier in Braunschweig seine letzte Ruhestätte fand. Im weiteren Verlauf des 19. Jahrhunderts wurde Schill mehr und mehr im nationalistischen Sinne instrumentalisiert. Im 20. Jahrhundert sahen die Nationalsozialisten in ihm einen Held mit Vorbildfunktion - vor allem gegen Ende des Zweiten Weltkrieges.

1955 wurde das Braunschweiger Schill-Denkmal für die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs umgewidmet und jahrelang wurde ihrer hier am Volkstrauertag gedacht. In den 1980er Jahren regte sich Protest, weil bekannt geworden war, dass sich in unmittelbarer Nähe des Schill-Denkmals im Zweiten Weltkrieg ein KZ-Außenlager befunden hatte, in dem viele Häftlinge zu Tode gekommen waren. Hieran erinnerte jedoch kein Denkmal. 1995 entschied der Rat der Stadt Braunschweig, dass eine Gedenkstätte für das KZ am Schill-Denkmal errichtet werden sollte, die von der Hamburger Künstlerin Sigrid Sigurdsson konzipiert wurde.

Die Ausstellung wird durch zahlreiche Leihgaben (30 Leihgeber) aus Hamburg, Berlin, München und weiteren Städten bereichert. Der Großteil der Objekte kommt aber vom Preußen Museum Nordrhein-Westfalen in Wesel und dem Städtischen Museum Braunschweig. Das Städtische Museum kann dabei auf die im 19. Jahrhundert gesammelten Erinnerungsstücke an Schill und seine Schar zurückgreifen. So wird u.a. seine Brieftasche, die er von der preußischen Königin Luise mit eigenhändiger Widmung geschenkt bekommen hatte, in der Ausstellung gezeigt.

Zur Ausstellung ist ein ausführlicher Katalog erschienen, der 19,90 € kostet.

Ausstellung „Für die Freiheit - gegen Napoleon. Ferdinand von Schill, Preußen und die deutsche Nation" Galeriegebäude des Städtischen Museums/Sammlung Bönsch 14. März - 30. Mai 2010 Öffnungszeiten: Di - So 10 - 17 Uhr Eintritt frei!

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