Fédération Européenne des Cités Napoléonienne

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Wider Napoleon!

Europa 2013 – die europäische Idee steckt in der Krise. Die Ordnung der Finanzen, die wirtschaftliche Entwicklung und die soziale Situation der Menschen verschlechtern sich. Das Vertrauen in den Gedanken eines gemeinsamen Europas scheint teilweise erschüttert zu sein.

Europa 1813 – die Menschen stöhnen unter den Kriegslasten der europäischen Herrschaft Napoleons. Jenseits grundlegender territorialer Umwälzungen und der damit einhergehenden Modernisierungen empfindet die Bevölkerung die Fremdherrschaft mehr und mehr als demütigend und aufzehrend.

Heute wie vor über 200 Jahren hängen die Geschicke des Kontinents wesentlich von der Rolle Frankreichs und Deutschlands ab. Die Auseinandersetzung mit der umstrittenen, aber weltgeschichtlich bedeutsamen Persönlichkeit Napoleon Bonapartes kann ihren Gewinn daraus ziehen, dass die 
Umstände seines Aufstiegs und Falls über die aktuellen 
Reformnotwendigkeiten und -grenzen in Europa nachzudenken helfen.

Grundlegende Modernisierungen in vielen gesellschaftlichen Bereichen von teilweise neugeschaffenen Staaten in der Mitte Europas werden mit Napoleons Namen heute noch genauso verbunden wie seine geniale Feldherrenbegabung. Jene wurde in einer quasi permanenten Kriegsführung sichtbar. Der Krieg zeigte damals neue Schrecken und zog in zuvor unbekannter Weise die Zivilgesellschaften in Mitleidenschaft.

Inhaltlicher und inszenatorischer Ausgangspunkt ist die Tatsache, dass Napoleon nach der vernichtenden Niederlage Preußens 1806 gleichsam als nationalpreußische Demütigung die Quadriga vom Brandenburger Tor abbauen und nach Paris bringen ließ. Dort sollte sie in einem europäischen Museum für Kunst und Kultur in Paris neben vielen anderen Meisterwerken präsentiert werden. Schon damals ein Symbol von großer geschichtspolitischer Strahlkraft, wurde das Gespann mit den vier Pferden und der Siegesgöttin 1814 durch die Städte der Grafschaft Mark, die sich im Kampf wider Napoleon verdient gemacht hatten, unter dem Jubel der regionalen Bevölkerung nach Berlin zurückgeführt.

Das Konzept der Ausstellung

Vor dem motivischen Hintergrund der triumphalen Rückkehr der Quadriga versucht die Ausstellung auf der Grundlage der reichhaltigen Überlieferung mit Inszenierungen und Medien einige damals tonangebend handelnde Persönlichkeiten verständlich und zugleich sinnlich erfahrbar zu machen. Deren Motive und Handlungsmuster waren natürlich deutlich vielfältiger, als das Bild von Demütigung und späterem Jubel zu vermitteln vermag. Die Präsentation ist bemüht, den französisch-deutschen Transfer von Kultur und Ideen in Abkehr von traditionellen Vorstellungen einer nationalen Feindschaft sichtbar werden zu lassen. Sie verdeutlicht darüber hinaus jene von der Bevölkerung als bedrückend empfundenen Faktoren des französischen Herrschaftssystems, die spätestens seit Beginn des Jahres 1813 den Befreiungswillen offensichtlich werden ließ.

Museen der Stadt Lüdenscheid
Sauerfelder Straße 14 - 20
58511 Lüdenscheid

www.museen-luedenscheid.de
museen@luedenscheid.de

Öffnungszeiten
Mi. bis So., 11:00 - 18:00 Uhr

Anmeldungen unter: 0 23 51 / 17 14 96