Fédération Européenne des Cités Napoléonienne

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Besuch des Prinzen Charles Napoléon anlässlich des Fürstenkongresses 2008 in Erfurt

Die Stadt Erfurt begeht in diesem Jahr den 200. Jahrestag des Fürstenkongresses von 1808. Am 27. September 1808 verkündet ein Böllerschuss vor dem Brühler Tor die Ankunft Napoleons in Erfurt. Das Gipfeltreffen Napoleons mit seinem wichtigsten Verbündeten, dem russischen Zaren Alexander I., rückt die deutsche Provinzstadt Erfurt ins politische Blickfeld Europas. Eingeladen sind auch Napoleons deutsche Bundesgenossen. Insgesamt 34 Herrscher samt ihrem Gefolge kommen im Herbst 1808 zum „Erfurter Fürstenkongress", der unter diesem Namen in die europäische Geschichte eingehen wird.
Beim heutigen Symposium in der Kleinen Synagoge wird der Präsident des Europäischen Verbundes der Napoleonstädte, Prinz Charles Napoléon, direkter Nachfahre Jerôme Bonapartes, intensiv in den Dialog mit der Stadt Erfurt eintreten und in einem Vortrag die Ziele und Aktivitäten des Städteverbundes vorstellen. Begleitet wird Charles Napoléon von Jenas Oberbürgermeister Dr. Albrecht Schröter. Jena ist Gründungsmitglied des Verbundes seit 2004 und hält die deutsche Vizepräsidentschaft. Dr. Schröter wird die Beweggründe der Mitgliedschaft und die Erfahrungen der Stadt Jena im Verbund schildern.
Die Stadt Erfurt trägt sich anlässlich des historischen Jahrestages mit dem Gedanken, dem Europäischen Verbund der Napoleonstädte beizutreten und somit die geschichtliche Aufarbeitung der Ereignisse der napoleonischen Epoche mit Blick auf die Zukunft der Stadt voranzutreiben. Der Europäische Bund der Napoleonstädte ist eine Gemeinschaft, die sich der Bewahrung und Erinnerung an das napoleonische Zeitalter verschrieben hat. Dabei geht es ganz ausdrücklich nicht um die militärische Aufarbeitung gewesener Schlachten. Die Mitgliedsstädte und ihre Bürger wollen aus verschiedenen kulturellen Blickwinkeln Geschichte und ihre Auswirkung und die daraus erwachsenden Chancen betrachten. Ziel des Bundes ist der Erhalt des gemeinsamen kulturellen Erbes und damit auch ein Brückenbau im vereinten Europa. Über 30 Städte aus Frankreich, Italien, Polen und Belgien engagieren sich im Städtebund.

Charles Napoleon: Vortrag zum Symposium in Erfurt

Liebe Freunde,

Wir sind heute hier in Ihrer Stadt versammelt, um uns eines wichtigen Momentes der Geschichte Ihrer Stadt, unserer Länder und Europas zu erinnern.

An 27. September 1808 hat sich die Mehrheit der deutschen Herrscher in Ihrer Stadt um die Kaiser von Frankreich und Russland versammelt : Napoleon und Alexander. Sie stellten eine Versammlung von Königen dar, die dazu bestimmt war, die Macht der beiden Kaiser zu demonstrieren. Jener beiden Kaiser, die sich Europa in Tilsit teilten.

Im Juli 1807, in Tilsit, haben sie den Frieden beschlossen. Aber Napoléon war auf der Hut vor seinem Verbündeten, den er verdächtigte in einer Frankreich feindlich gesinnten Allianz zurückzufallen, hinsichtlich zweier für sein Land vitalen Fragen : die kontinentale Blockade Englands, die seine Ökonomie drosselte und die Gründung eines polnischen Staates in einem Teil Europas, den er als russisch betrachtete.

Napoléon führte Krieg in Spanien und suchte sich zu versichern, dass sein russischer Partner ihn nicht verpflichtete, Truppen im Osten zu belassen. Er hatte gerade die Schlacht von Bailen verloren und wusste ebenso, dass Österreich, verstoßen von Italien und unter dem Schlag seiner Niederlagen in 1800 und 1805, versuchen würde, von einer noch so kleinen Schwäche zu profitieren.

Die Türkei-Frage stand ebenso im Zentrum dieses Treffens. Um den Preis eines Bruchs mit England, wünschte sich der Zar, der an allen vorangegangenen Koalitionen gegen Frankreich teilgehabt hat, die Ausweitung seines Reiches Richtung Türkei. Napoleon aber konnte nicht akzeptieren, dass er sich in Richtung Süden des Kontinentes ausbreitete.

Die beiden Fragen, die seit einem Jahrhundert eine dauerhafte Annäherung von Frankreich und Russland verhindern, die Frage des Orients und die Frage Polens, stellen sich erneut zwischen den neuen Freunden.

Um sich aus dieser Schwierigkeit zu befreien, eröffnete Napoléon dem Zar grandiose Perspektiven : er bot ihm eine umfangreiche französich-russische Operation in Richtung Indien an, die dem Zar Zutritt zum Bosporus verschaffen und ihm selbst den Weg nach Indien öffnen würde. Einer Kolonie, die durch die englische Krone eifersüchtig geschützt wurde, die er während seiner Ägypten-Kampagne nicht angegriffen hatte.

- Um uns zu einigen, setzen Sie den Kompass auf die Karte und wählen Sie einen Punkt abstandsgleich zwischen unseren beiden Hauptstädten, schrieb Napoléon dem Zar.
- Voilà der Stil von Tilsit, der Kaiser kann auf mich zählen, antwortete Alexander, indem er Weimar oder Erfurt anbot.

Glücklicherweise, für unser Treffen, wurde Ihre Stadt gewählt.

Kurioserweise vertraute Napoléon in die Fähigkeit und Erfahrung von Talleyrand, von dessen Verrat zugunsten Österreichs er seit zwei Jahren wusste, um die Verhandlungen zu führen. Talleyrand spielte ein den Interessen Frankreichs entgegen gesetztes Spiel, das zum Missglücken des Friedens zwischen Frankreich und Russland führte.


Nichts war gut genug, um den Zar und die Könige Deutschlands zu beeindrucken: „Ich wünsche jeden Tag ein neues Spektakel, um Deutschland mit meiner Pracht zu erstaunen." Die Details werden Sie sicher während der Festivitäten am Samstag und Sonntag erfahren. Sie kennen die weitere Geschichte : das Treffen in Erfurt reichte nicht aus, die Missverständnisse auszuräumen. Es ist gefolgt von katastrophalen Kampagnen in Spanien und Russland, die das Ende Napoléons beschleunigten.

Aber ich möchte diese Seite der Geschichte in einen globaleren Kontext bringen.

Es ist wichtig, dass wir uns ein Erinnern an unsere Geschichte bewahren. Sie erlaubt uns, uns mit der Ket

Stationen des Besuchs

Charles Napoleon au Kaisersaal
Charles Napoleon et le maire Bausewein
Charles Napoleon: signature du livre d'or
Charles Napoleon, Dr. Albrecht Schröter et Karl-Heinz Kindervater
Colloque
visite du Petersberg
visite du Petersberg 3
visite du Petersberg 4
visite du Petersberg 5