Fédération Européenne des Cités Napoléonienne

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Bericht des Präsidenten zur Mitgliederversammlung 2008

Wir haben uns in einer Stadt versammelt, die markiert wurde vom Durchzug eines jungen französischen Generals der französischen Revolution, der Italien die Ideale seiner Zeit antragen wollte. Jenem Land, das das Land seiner Familie war, bevor Frankreich Korsika eingenommen hatte, 5 Monate vor seiner Geburt.

In der imposanten Korrespondenz Bonapartes (mehr als 35.000 Briefe) habe ich einen Brief gefunden, der von hier am 16. April 1796 abgesandt wurde. 4 Tage nachdem Masséna in den Hochtälern die sardinisch-österreichische Arme und die neapolitanische Armee geschlagen hatte und 1 Monat vor der Schlacht von Lodi, als Napoleon begann, „für sich ein Schicksal oberhalb des Normalen zu spüren", wie er es in seinem Mémorial beschreibt.

Er beschwert sich bei Carnot, Mitglied des Direktoriums und Armee-Minister, über die Langsamkeit, mit der die Pariser Büros die Zusendung einer Kompanie Artillerie entscheiden, die er dringend benötigte. « Es ist unmöglich ein Büro zu finden, dass sich weniger mit seinen Truppen beschäftigt, als jenes der Artillerie, das auf Truppen zählt, die nicht existieren. » Er wetterte schon damals gegen bürokratische Beschwernisse!

Wir haben uns für unsere 5. Mitgliederversammlung nach Ajaccio, Waterloo, Jena und Pultusk eingefunden. Nachdem wir auf den großen Schlachtfeldern waren, treffen wir uns jetzt in einer Stadt, die uns an einen General der Revolution erinnert, der voller Energie und Glaube an seine Zukunft war.

Könnte er doch seine Energie mit uns teilen, damit wir in seinem Andenken, vorankommen mit der Entwicklung unserer Regionen. Sie wissen, dass das Ziel unseres Verbundes nicht ist, das Image Napoleons zu rehabilitieren, der dies im Übrigen nicht nötig hat, aber die napoleonische Geschichte in den Dienst der Menschen unserer Zeit zu stellen.

STÄRKUNG UNSERES STÄDTENETZWERKES

Während unserer vorangegangenen Mitgliederversammlung, haben wir beschlossen, unser Netzwerk zu stärken. Dieses Ziel wurde im vergangenen Geschäftsjahr erreicht.
In Italien bemerke ich mit Freude die Resultate Ihrer Bemühungen : mehr als 10 Städte sind zu unserer Mitgliederversammlung anwesend und außerdem die Provinz Savona. Ohne Zweifel müssen wir auch unsere Kontakte mit Alessandria wiederbeleben, die bisher an unseren Arbeiten teilhatte.

In Deutschland, mit dem konstanten Engagement von Albrecht Schröter, Oberbürgermeister der Stadt Jena, und der Aktivitäten von Anja Schwind, Koordinatorin des Projektes für Deutschland, freuen wir uns, die Städte Hövelhof und Kassel in unserem Verbund zu begrüßen. Ebenso habenwir gerade den Beitritt der Stadt Hanau unterzeichnet. Ich hoffe auf die baldigen Zusagen für einen Beitritt der Städte Leipzig, Erfurt und Weimar.

In Polen, möchte ich Wojciech Debski, Oberbürgermeister von Pultusk, danken, der erfolgreich auf Agnieska und Jolanda vertraut, um unser Netzwerk zu entwickeln. Sie werden heute begleitet von 6 polnischen Städten, von denen sich einige uns anschließen werden. Die polnischen Städte arbeiten mit den Tourismusdiensten der Stadt Warschau zusammen, die sich entschuldigten, heute nicht anwesend sein zu können. Polen sollte das Sprungbrett für weitere Entwicklungen Richtung Osten sein.

In Spanien war das Jahr markiert von mehreren 200jährigen Gedenkfeiern eines Krieges, den Napoleon als verpasste Gelegenheit abstempelte. Ich habe Saragossa, La Corogne, Vitoria und Grenada besucht, um an den Krieg in Spanien in der europäischen Strategie Napoleons zu erinnern und ich werde nächste Woche in Bailen sein. Bailen wird sich uns demnächst anschließen und Saragossa geht diesen Schritt Anfang 2009. Damit können wir auf einen neuen Pol setzen.

Ich möchte besonders allen Gewählten der Städte danken, die sich für einen Beitritt in unseren napoleonischen Verbund entschieden haben. Einem Verbund mit einem Namen, der in ihren Ländern nicht nur gute Erinnerungen hinterlassen hat.

Auf der iberischen Halbinsel sind wir in Kontakt mit 6 Kommunen in Portugal, die sich im Verbund Torres Vedras vereinigt haben, und in n 2008/2009 beitreten werden.

Ich wünsche mir, Kontakte zu englischen Kommunen aufzunehmen, insbesondere im Süden Englands, die französische Gefangenen-Pontons erhalten haben.

BEZIEHUNGEN ZWICHEN DEM VERBUND UND DEN STÄDTEN

Aber unser Netzwerk zu erweitern ist nicht das eigentliche Ziel. Es ist nur ein Instrument, um unsere Projekte zu entwickeln. Daher wünsche ich mir, dass wir uns über einige Prinzipien der Zusammenarbeit zwischen Verbund und den Städten einigen.

• Der Verbund besteht aus Gewählten um konkrete Projekte zu entwickeln. Genau dies ist seine eigentliche Zielstellung: für die Bürger unsere Städte sichtbare Projekte zu kreieren.
• Der Verbund muss seine Struktur zur Animation und Koordination des Netzwerkes stärken.
• Aber seine Struktur darf sich nicht mit den lokalen Administrationen überlagern. Der Verbund sollte eine ideengebende Kraft sein und koordinieren.
• Es sind die Städte, die Projekte bewerkstelligen sollen, so notwendig mit Unterstützung des Verbundes.
• Wir sollten unsere Mitgliederversammlung mit konkreten Vorschlägen zu Projekten beenden und dem Engagement von Städten, diese Projekte umzusetzen.

Ich wünsche mir, dass wir diese Punkte während unserer Mitgliederversammlung diskutieren. Im Hinblick auf das Anwachsen unseres Netzwerkes müssen wir unsere Synergien stärker nutzen.

Folgend die wesentlichen, laufenden Aktivitäten und ihre Perspektiven:

INTERNETPRÄSENZENZ

Wir haben die Präsentation unserer Website verbessert und sie ist nun wesentlich nutzerfreundlicher und aktuell. Dank an unsere Beraterin, Anja Schwind, die Internetpräsenz so gut überarbeitet zu haben.

Ich bitte alle Städte, reflexartig ihre Informationen zu ihrer Stadt und ihren napoleonischen Veranstaltungen an uns weiterzuleiten, damit wir sie aktuell auf unserer Website präsentieren können. Dies ist ein wesentlicher Punkt um die Glaubwürdigkeit der Website zu stärken.

Ich möchte ebenso darum bitten, dass alle Städte unsere Internetpräsenz auf ihren städtischen Websites referenzieren. Sie kennen das Gesetz des Internet: je mehr man zitiert wird, umso öfter wird man konsultiert. Danke dafür, diese kleine Mühe zu übernehmen, die unserem Verbund beträchtlich helfen kann.

Anja Schwind wird anschließend kurz berichten, über die Anzahl der Besuche auf unserer Website und die weiteren Entwicklungen.

Wir werden auch in 2008/2009 die weitere Verbesserung der Website verfolgen, die ein exzellentes Instrument für unser Netzwerk darstellt. Die Verbesserungen sollen die Frequenz der Besuche auf der Website erhöhen und unsere internen Kommunikation durch Etablierung eines Intranets verbessern.

INTERNE UND EXTERNE KOMMUNIKATION

Monatlich führen wir eine Telefonkonferenz durch, an der bisher etwa jeweils 20 Mitglieder aus 7 verschiedenen Ländern teilnehmen. Diese Kommunikation ist praktisch und wirtschaftlich hinsichtlich sonst entstehender Reisekosten. Dennoch bleibt die räumliche Distanz ein ernsthaftes Hindernis für die Zusammenarbeit im Verbund. Ich schlage vor, dass wir unsere Kommunikation verbessern, indem wir ein videofähiges Konferenzsystem per Internet etablieren. Anja Schwind wird hierzu Vorschläge machen.

Für die externe Kommunikation wird eine Plakette erstellt, die an den napoleonischen Stätten unserer Städte über den Verbund informiert.

EUROPÄISCHE PROGRAMME

Wir haben nicht erreicht, uns für das Programm culture 2007 zu qualifizieren. Das wesentliche Prinzip der Ablehnung liegt in unserer Schwäche eigenerer finanzieller Ressourcen im Vergleich zu den beantragten Mitteln.
Ich schlage Ihnen vor, dass nunmehr die Städte, für ein Projekt Verantwortung übernehmen und dass unser Verbund beim Aufbau und der Umsetzung europäischer Projekte assistiert. Das heißt, dass die Städte zu Kandidaten für europäische Finanzmittel werden mit der Unterstützung des Verbundes und nicht mehr umgekehrt, wie wir es bisher gehandhabt haben.

Wir müssen zudem unsere Herangehensweise an Europa diversifizieren. Ich schlage vor, dass wir uns auf unsere Regionen stützen, um ein europäisches Projekt zur Rehabilitierung von Stätten zu präsentieren. Vorangegangenen Gespräche mit 3 westfranzösischen Regionen (Bretagne, Pays de Loire et Poitou Charente), die solide Verbindungen nach Brüssel haben, scheinen viel versprechende Perspektiven zu öffnen.

Ein europäisches Label zu erhalten ist prioritäres Ziel für unseren Verbund. Daher beauftragen wir Jacques Mattei seine Beratungstätigkeit für unseren Verbund auch in 2008/2009 fortzusetzen.

TOURISMUS

Eine Arbeitsgruppe Tourismus hat sich im Januar 2008 in Paris getroffen. Ziel war, einen „napoleonischen Tourismus" zu entwickeln. Dabei wollen wir nicht die Niche von Napoleon-Passionierten und den Gedenkfeiern bedienen (Ausnahme: Kreuzfahrten zum Thema der Salbung oder von Schlachten-Gedenkfeiern), sondern die großen öffentlichen dauerhaften Märkte anvisieren.

Es wurde beschlossen, dass napoleonischen Angebot unserer Städte über eine Potentialanalyse, erstellt von der Stadt Pontivy, zu erfassen.

Die Gruppe hat unsere geografischen Felder in 3 Zonen unterteilt, die den unterschiedlichen Tourismusangeboten gerecht werden und jeder Zone eine verantwortliche Stadt benannt :
- Zone Süd und Mittelmeer : Ajaccio et Cairo
- Zone West : Waterloo, die 3 westfranzösischen Städte : La Roche, Pontivy und Ile d'Aix
- Zone Ost : Jena und Pultusk

Erste Kontakte wurden mit Reiseveranstaltern des Mittelmeerraumes gemacht.

Der Verbund erwartet die Ergebnisse der Arbeitsgruppe und fällt die notwendigen Entscheidungen um einen napoleonischen Tourismus in unseren Städten zu entwickeln, eine der Prioritäten unseres Verbundes.

NAPOLEONISHCE GESCHICHTE UND KULTUR

Wir haben uns 2008 an der Veröffentlichung einer Spezialausgabe der Zeitschrift « Autrement » zum Thema Europäisches Kaiserreich Napoleons beteiligt. Jede Stadt hat einige Exemplare dieser Ausgabe erhalten. Ich hoffe, dass sie von Interesse für sie waren. Dennoch muss man viel weiter gehen.

Ich schlage Ihnen die Organisation einer Sommerakademie zum Thema « Napoleon, die Ideen des Zeitalters der Aufklärung und Europa « vor in Zusammenarbeit mit der Sorbonne und der State University of Florida, die bereits ihr Mitwirken zugesagt haben.

Diese Veranstaltung könnte erstmals im Sommer 2009 in einer unserer Städte stattfinden. Vorschläge werden während der Mitgliederversammlung von der entsprechenden Arbeitsgruppe gemacht.

Ich schlage weiter vor, dass wir eine napoleonische Ausstellung konzipieren könnten, die in mehreren Städten gezeigt würde. Eine Möglichkeit, die Kosten zu verringern und die Besuchszeit zu erhöhen. An diese Möglichkeit müsste eben schon bei der Konzipierung gedacht werden. Ebenso kann man über ein Theater- & Kulturfest zum Thema nachdenken. Auch dazu sollte uns die beauftragte Arbeitsgruppe Vorschläge machen.

PRIVATE PARTNER

Eine dafür vorgesehene Arbeitsgruppe sollte zu diesem an Möglichkeiten reichen Thema Vorschläge machen.

Ich würde mir wünschen, dass sich unsere Mitgliedsstädte noch stärker an lokale und regionale Unternehmen wenden, damit diese sich finanziell an Projekten beteiligen.

Ich möchte mit der Überzeugung schließen, dass wir für die Entwicklung unseres Verbundes über ein starkes Potential verfügen, nicht zuletzt weil Europa es nötig hat, wieder an seine Wurzeln anzuknüpfen, um sich besser zu verstehen und mit den zahlreichen Herausforderungen unserer Zeit umgehen zu können. Und ich bin stolz, diese Ziele mit Ihnen zu teilen.

Charles Napoléon
28. September 2008